Finanzielle Bildung

Diese 6 Methoden bringen dir ein pralles Portemonnaie: Die Vorbereitung für die finanzielle Unabhängigkeit

Früher hielt ich den Spruch „von den Reichen lernt man sparen“ für totalen Quatsch. Wer eine Yacht für eine Million Euro kauft, kann einfach nicht sparen wollen. Die reichen Prominenten zeigen in den Meidien ständig, dass der Spruch wirklich nicht stimmen kann. Oder ist es doch anders, als wir denken?

Seit ich mich intensiv mit den Themen Finanzen und finanzielle Unabhängigkeit befasse, wurde ich eines Besseren belehrt. Heute weiss ich, dass dieser Spruch stimmt. Von den Reichen lernt man sparen. Jeder Reiche, mit welchem ich mich beschäftigt habe, hat sein Vermögen erarbeitet und bewies finanzielle Intelligenz. Der grösste Teil fing so an wie wir; mit einem überschaubaren Gehalt, mit einer vermeintlich sicheren Festanstellung und Konsumschulden. Und sparen!

Ich bin meinen Eltern sehr dankbar. Sie haben mir neben vielen anderen tollen Werten einen bestimmten Grundsatz mitgegeben. Er ist für unser Ziel der finanziellen Unabhängigkeit besonders wichtig. Ich höre meinen Vater sagen, als wäre es gestern:  Gebe nicht mehr aus, als du hast. Diesen Satz hörte ich in meiner Kindheit immer wieder von meinen Eltern. Deswegen hat er sich bei mir so eingebrannt. Hinter der Aussage verbirgt sich aber der wahre Kern: Mach keine Konsumschulden! Denn Kredite sind Ausgaben, egal wie man das Blatt wendet. Die monatliche Rate sieht gering und machbar aus. Aber im Gesamten bezahlst du viel mehr, als wenn du Cash dafür bezahlt hättest. Danke Mama und Papa für diesen Grundsatz!

Ich habe also Warren Buffetts Investitionsregel Nummer 1 in die Wiege gelegt bekommen:

Never loose money!
– Warren Buffett

Übrigens, Warren Buffets Investitionsregel Nr. 2 lautet: Never forget Rule N0. 1.

Neben dem brennenden Wunsch reich zu werden, gehört eine finanzielle Intelligenz dazu. Keine Angst, jeder kann sie lernen. Es gehört eine grosse Portion Disziplin dazu aus den Schulden zu kommen und später die finanzielle Intelligenz zu beweisen.

Zurück zum Sparen. Nur wer spart kann investieren und die finanzielle Unabhängigkeit erreichen (ausser du hast gerade gut geerbt). Und hier schliesst sich der Kreis zu den Reichen. Sie haben alle so angefangen. Darum ist der erste Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit das Sparen. In seinem Buch Der reichste Mann von Babylon beschreibt George S. Clason sieben Methoden für einen vollen Geldbeutel.

Der erste  erste Schritt zum prallen Portemonnaie (und später zur finanziellen Unabhängigkeit), ist wie schon erwähnt, das Sparen.

Fang an dein Portemonnaie zu füllen

Das ist der erste und wichtigste Schritt. Er ist nicht einfach. Auch wenn, nein, gerade wenn du Konsumschulden hast, musst du JETZT damit anfangen. Denn die Konsumindustrie tut alles Erdenkliche, um dir das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sei es ein neues iPhone, das neuste und noch dünnere MacBook Air, ein neues Auto, tolle Möbel. You name it. Die Verlockungen sind so gross.

Um das vermeintliche Loch in der Geldbörse zu stopfen, braucht es nur ein kleiner Trick:

Lege 10% deiner Einnahmen auf ein Sparkonto (oder unter deine Matratze oder ins Kopfkissen). Jedes Mal, wenn du also dein Gehalt erhältst (sei es als Angestellter oder als Selbstständiger oder Unternehmer), zahle immer zuerst in deinen Spartopf ein. Du wirst sehen. Bald wird sich Geld bei dir anhäufen und überquellen. Und ganz nebenbei wirst du dich gut fühlen. Der Topf wird immer voller werden. Das gibt dir ein Gefühl von Sicherheit. Es gibt ein Gesetz des Geldes, welches du immer im Kopf haben musst:

Wer Geld hat, dem fliesst es zu.

Und du hast jetzt Geld. Jeden Monat wird es mehr.

Kontrolliere die Ausgaben

Das Geld häuft sich an. Und damit es auch so bleibt, müssen die Ausgaben überprüft werden. Wie mein Vater schon sagte, nicht mehr ausgeben als man einnimmt. Ich bin sicher, in deinen Ausgaben sind einige unnötige Posten dabei, die wirklich nicht sein müssen. Wenn du dir nicht sicher bist, ob die Ausgabe wirklich nötig ist, hat Bodo Schäfer einen Tipp für dich. Frage dich immer, ob die Ausgabe wirklich wichtig und dringend ist. In seinem Buch Der Weg zur finanziellen Freiheit schildert er, wie er jahrelang mit einem abgebrochenen Autotürgriff herumfuhr, nur um die Ausgaben zu minimieren. Und ja, er hat es geschafft und ist finanziell unabhängig.

Als erstes addiere alle deine Ausgaben, die du in einem Monat hast. Dann analysiere deine Ausgaben und plane im nächsten Schritt deine Ausgaben. Vergiss nicht, dass du nicht mehr ausgeben darfst, als du einnimmst. Und denke an den Spartopf!

Damit du gleich loslegen kannst, habe ich dir eine Vorlage für deine Ausgabenübersicht zum Download bereitgestellt.
Ausgabenübersicht Downloaden

 

Dafür sorgen, dass sich das Geld vermehrt

Geld sparen ist das Fundament für die finanzielle Unabhängigkeit. Der nächste Schritt ist die Geldvermehrung.

Reich macht nicht das Geld, welches auf dem Konto liegt, sondern die Erträge, die das Geld erzielen.

Mit anderen Worten soll das Geld für dich arbeiten. Das tut es auf dem Konto nicht wirklich. Der Zinssatz auf dem Konto liegt unter der Inflationsrate. Das bedeutet, dass das Geld an Wert verliert (Wertminderung).

Die Inflation sank seit 2011 (2.1%) bis 2015 auf 0.3%, wie in der Grafik gezeigt. Die Zinsentwicklung zeigt einen ähnlichen Verlauf (nicht angegeben). Wer mehr dazu erfahren will, schaut sich die Entwicklung des Leitzinses an. Mittlerweile zieht die Inflation etwas an (Januar 0.5%; Destatis).

inflationsrate deutschland

Die Inflationsrate in Deutschland (Veränderung Verbraucherpreisindex zum Vorjahr) war 2015 auf niedrigen 0.3%. Im 2009 erreichte die Inflation einen ähnlich niedrigen Wert. Auslöser war die Finanzkrise 2007.

Um den Zerfall auszugleichen, müssen wir unser Geld gut anlegen. Es seien alle gewarnt, die jetzt losrennen und blind und ohne Wissen Aktien kaufen. Das ist zum Scheitern verurteilt. Lege dir ein solides Investitionswissen an, sei es für Aktien, Fonds, Immobilien oder Grundstücke. Wer unvorbereitet in die Schlacht zieht, wird alles verlieren.

Und hier noch einen Tipp von meinem Grossvater, welcher gut Geld mit Investitionen gemacht hat:

Investiere niemals mehr als ein Drittel deines (Bar-)Vermögens.

Und dafür hast du jetzt deinen Spartopf. Dein Investitionstopf. Lass das Geld für dich arbeiten.

Schütze dein Kapital vor Verlust

Wo Geld ist, sind gierige Personen nicht weit. Ich bin immer wieder erschrocken, wie Menschen der Gier und Neid frönen. Ich finde dies ein grosses Übel.

Bei einer Investition gilt die goldene Regel, NIE das Kapital zu gefährden. Dazu gehört ein intensives Wissen zur Materie. Du musst erkennen, wenn dir ein Verkäufer ein Esel für ein wunderschönes Pferd verkaufen will. Die Erfahrung zeigt, dass man sich nie ganz auf die eigene Weisheit verlassen darf. Besser ist Personen zu kennen, die dir gerne helfen und selbst viel Wissen darüber haben. Ein solches Netzwerk wird immer gute Dienste erweisen.

Wir schliessen für jede Eventualität eine Versicherung ab, auch wenn die Eintrittschance noch so gering ist. Aber wenn es um Geld geht, setzt dieses Sicherheitsdenken aus. Investoren haben die Möglichkeit „Versicherungen“ abzuschliessen. Als Beispiel für eine „Aktienversicherung“ sei Hedging genannt, wo der Investor auch Aktien des Mitbewerbers hält.

Sichere dir das Einkommen für die Zukunft

Wir zahlen regelmässig in die Rentenkasse ein. Vielleicht auch zusätzlich in eine private Vorsorge. Heute erhält der Rentner viel weniger von seinem Kapital, welches er jahrelang einbezahlt hat. Ich zweifle daran, dass wir in mehr als 30 Jahren noch 30% von unserem einbezahlten Kapital erhalten.

Darum finde ich es wichtig, jetzt schon an die Zukunft zu denken. Wir schaffen die Grundlage, um in 30 Jahren ein angemessenes Einkommen zu haben und damit die Familie abzusichern. Das gehört zur finanziellen Unabhängigkeit. In der heutigen Zeit kann es sich niemand leisten, keine Vorsorge für das Alter zu treffen.

Die Verdienstmöglichkeit verbessern

Das Streben des Menschen nach mehr gibt es schon viele Jahrzehnte. Interessant finde ich, dass es einige Völker gibt, die mit dem Begriff Gewinn nichts anfangen können. Für sie ist die Wirtschaft, wie wir sie kennen, völlig unbekannt.

Die Voraussetzung für die Verbesserung des Verdienstes ist Wissen. Wer mehr weiss, verdient mehr. Das heisst, neue Eigenschaften entwickeln und ausbauen. Darum bilden sich erfolgreiche und reiche Menschen ständig weiter und lesen sehr viele Bücher. Im Impulse-Interview (01/2016) verrät Andreas Illy (Illy Kaffee), dass er täglich etwa zwei Stunden liest.

Du musst offen für Neues sein. Du musst neugierig sein. Dein Business System hinterfragen, wo es noch zu optimieren geht. Vielleicht lohnt sich eine Umschichtung deines Kapitals. Und ganz wichtig, die Zukunft im Auge behalten, sprich Trends erkennen und danach handeln.

 Und jetzt bin ich auf deine Meinung gespannt!
Wie füllst du dein Portemonnaie? Bist schon auf dem Weg zum Investor? Ich bin auf deinen Erfahrungsbericht gespannt. Ach stimmt, die andere Leser lieben das. Darum: Hau rein in die Tasten! Wir freu mich! 

Ciao,
-Dominic

Share this Story
Load More Related Articles
  • Pingback: Vorlage Ausgabenübersicht pro Monat (mit Praxisbeispiel) ·()

  • Ingo Lorenz

    Hallo Dominic,

    Du hast allen Grund, Deinen Eltern für diese Glaubenssätze dankbar zu sein!

    In meiner beruflichen Praxis stoße ich in vielen Fällen – auch bei Unternehmern – auf das genaue Gegenteil. „Der reichste Mann von Babylon“ ist daher ein gern verschenktes Buch. Wichtig sind nach meiner Erfahrung folgende Schritte: Kassensturz, Ziele festlegen, Liquidität schaffen, Tilgung vor Sparen (gerade im aktuellen Zinsniveau), Absicherung der Arbeitskraft und existenzbedrohenden Risiken und last but not least: Sparvorgänge für kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele starten.

    Beste Grüße
    Ingo H. Lorenz
    Experte für betriebliche Versorgungsmodelle & Demografiemanagement
    Geprüfter Versicherungsfachmann (IHK)

    • Hallo Ingo, danke für deinen Kommentar. Es führt nichts daran vorbei zuerst die Schulden zu tilgen. Du meinst schon Konsumkredite und nicht Hauskredite?
      Sehe gerade Demografiemanagement bei dir. Ich arbeite gerade an einem längeren Artikel dazu :)

  • Harri

    Hallo Dominic,

    sehr interessanter Artikel, zumal ich mich in den letzten Jahren ja auch recht intensiv mit dem Thema Finanzen beschäftigt habe. Jetzt habe ich auch endlich die Zeit für einen Kommentar gefunden ;-).
    Das Thema Finanzen betrifft schließlich jeden und das Wissen, die Erfahrungen und ein paar wichtige Grundregeln entscheiden meist über eine positive oder negative Gesamtbilanz über Jahre hinweg. Diese „finanzielle Intelligenz“ ist ein stetiger Lernprozess. Ich finde es auch sehr wichtig möglichst schuldenfrei zu sein, zudem man sich so einen größeren Freiraum bewahrt. Ich denke es fällt dann auch leichter den Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu bewahren.
    Das Sparen ist ein ständiges Abwägen im Alltag wofür man Geld ausgeben möchte oder sollte. Ausgeben wird man irgendwann jeden Euro, der nicht gespendet oder vererbt wird. Die Frage ist immer wann und wofür. Wie Du schreibst „Wer Geld hat, dem fliesst es zu.“ so ist es. Mit größeren Summen sind manche lukrative Investitionen erst möglich und man lernt die Verantwortung damit umzugehen. Ich zahle auch immer zuerst bei Geldeingängen in einen Spartopf, dann ist das Geld erstmal aus den Augen und ein definiertes Taschengeld bleibt auf dem Konto. In Sachsen liegt der Sparanteil im Durchschnitt bei 15% vom netto-Einkommen, was schon als recht sparsam zu bezeichnen ist. Dennoch sind mehr Haushalte in Deutschland verschuldet oder gar überschuldet (jeder 10. ist zahlungsunfähig!), als man glaubt.
    Du hast auch völlig Recht sich „nie ganz auf die eigene Weisheit verlassen“ zu dürfen bei dem Thema. Zwei große Fehler werden immer wieder gemacht. Die Leute informieren sich nicht über Ihre Geldanlagen oder lesen gar die wichtigen Passagen im Kleingedruckten und vielen fehlt die Einsicht nicht alles im Fachjargon verstehen zun können. An dieser Stelle will ich noch zwei wichtige Grundregeln anführen (die ich mir auch nicht ausgedacht habe). Man sollte für Geldanlagen keine Schulden machen und sollte nie die Absicherung mit Geldanlagen vermischen (Lebensversicherung mit Sparanteil etc.).
    Das der Generationenvertrag wohl zukünftig nicht mehr wie bei unseren Eltern funktionieren und die Rente für uns nur noch ein finanzieller Baustein sein wird hat ja inzwischen auch die Bundesregierung zugeben müssen. Wer seine finanzielle Zukunft mit dem Thema Rente abtut begibt sich damit leider in Richtung Altersarmut.

    In unserer Gesellschaft ist das Thema Geld leider sehr dominant. Dafür gibt es zum Glück in Deutschland auch soziale Systeme, die die (ich nenne es mal) „vom System Benachteiligten“ auffangen. In anderen Ländern bedeutet Armut schließlich tatsächlich eine lebensbedrohliche Situation.
    Das Thema Finanzen ist so umfangreich und teils stetig im Wandel, dass man sich sein ganzes Leben ausfüllend damit befassen kann. Das wäre nicht gesund, aber aus dem Auge verlieren sollte man das Thema dennoch nie. Wer etwas Ruhe vor seinen Anlagen haben möchte und dazu mehr Sicherheit will, der sollte sowiso verschiedene Anlageformen mit breiter thematischer Streuung wählen. Damit meine ich nicht alles in einen bis dato gut gelaufenen xyz-Investmentfonds (der seinen Zenit womöglich überschritten hat) zu stecken, sondern auch Immobilien, Edelmetalle, Aktienanteile, Tagesgeld, etc.. Z. B. in Zeiten guter Börsenstände kann man dann auch mal etwas mit Gewinn verkaufen und neu investieren. Puh, die finger glühen… ;-)

    Viele Grüße
    Harri

  • Pingback: Vermögensaufbau durch geschicktes Investieren ·()

  • Pingback: Vergleich Geschäftskonto: Konto für Kapitalgesellschaft ·()

  • Pingback: Das September-Experiment: 200 EUR Lebensmittel ·()

Check Also

Wie viel Geld brauche ich um von den Zinsen zu leben?

Beim Lesen des schon etwas älteren Romans Eine Billion ...

About Dominic

Dominic Franck ist Unternehmer und baut das Unternehmen Fairwindel auf. Er schreibt hier über seine Erfahrungen mit dem eigenen Unternehmen und die Vereinbarkeit mit der Familie. Um die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, arbeitet Dominic an seiner finanziellen Bildung.