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7 sichere Tipps um mit Aktien Geld zu verlieren

A ktien sind wieder in aller Munde. Wenn sogar Taxifahrer Aktien empfehlen, schrillen bei mir alle Alarmglocken. Das ist jetzt genau die richtige Zeit, um mit Aktien viel Geld zu verlieren.
Meine ersten Aktienerfahrungen vor fast 20 Jahren musste ich auf die harte Tour sammeln. Ein teurer Fehler, der sich bei mir tief eingebrannt hat. Ja, wir lernen aus den eigenen Fehlern. Ich bin überzeugt, dass durch diese Fehler auch andere etwas lernen können. Oder wenigstens zum Nachdenken angeregt werden. Darum hier meine 7 Tipps. Wenn du sie befolgst, verlierst du garantiert dein Geld mit Aktien:

1. Aktien nach Gefühl kaufen

Ein Bekannter hat den sicheren Aktientipp. Die Aktie steigt schon seit längerer Zeit und der Name des Unternehmens klingt sympathisch. “Alle verdienen Geld mit Aktien, dann will ich jetzt auch”, denkt sich der eine oder andere. Ein totsicheres Argument um Geld zu verlieren, wie ich lernen musste. Das ist pure Spekulation. Ja, es gibt ein gigantischer Unterschied zwischen Spekulation und Investition! Wenn ich in ein Unternehmen, sprich Aktie, investiere, will ich genauer wissen, was dahinter steckt, welche Werte sie verfolgen, wie das Management agiert. Und wie finde ich das heraus? Das bringt uns zum nächsten Punkt.

2. Die Branche resp. das Unternehmen nicht verstehen

Du musst das Unternehmen und deren Branche verstehen. Ansonsten lass die Finger davon. Was macht das Unternehmen? Wie verdient es Geld? Wie ist der Zusammenhang des Unternehmens in der Branche? Wie Warren Buffett treffend formuliert:

Risk comes from not knowing what you’re doing
– Warren Buffett

Eines meiner ersten Aktienunternehmen war ein Energieerzeuger. Ich habe nach Gefühl gekauft und das Unternehmen nur oberflächlich analysiert. Dabei wäre mir aufgefallen, dass das Unternehmen auch Atomkraftwerke betreibt. Nach der Katastrophe in Fukushima und dem beschlossenen Atomausstieg, raste der Aktienwert nach unten und erholte sich nicht mehr. Ich verkaufte mit Verlust. Wenn ich heute ein Unternehme recherchiere und analysiere, muss ich das Unternehmen und die Branche verstehen können. Ansonsten kommt es in eine Box mit der Auschrift “Zu Hart”.

Und vergiss nicht in regelmäßigen Abständen nach deinen Unternehmen zu schauen. Sind die Prognosen noch richtig und teile ich deren Werte noch? Hat sich die Wirtschaft oder Branche verändert? Es können Fakten ans Tageslicht kommen, die einen Verkauf der Aktien erfordern.

3. Zu emotional sein

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Aktien: Emotionen treiben uns zu spekulativen Entscheiden. Das minütliche Aktien-Checken verschlimmert alles. (Bild: Pixabay)

Wenn es um Geld geht, werden wir alle sehr emotional. Das ist bei Aktien nicht anders. Bei steigendem Kurs wollen wir auch mitprofitieren, auch wenn vielleicht schon das Zenit erreicht ist. Auch bei sinkendem Kurs spielen Emotionen eine wichtige Rolle: Als Schutz vor dem Verlustschmerz wollen wir die Aktie so schnell wie möglich loswerden. Gepaart mit dem Mechanismus der Gruppendynamik (Social Proof) ein gefährlicher emotionaler Cocktail. Durch Emotionen werden wir zum Spekulieren verleitet anstatt bewusstes Investieren. Sicher dem starken Einfluss der Emotionen bewusst sein, ist der erste Schritt in eine solide Investitionsstrategie.

4. Den intrinsischen Wert der Aktie nicht kennen

“Kaufe tief und verkaufe hoch!”. Das ist die Börsenweisheit schlechthin. Meine ersten Aktien kaufte ich, ohne mir über den Aktienwert Gedanken zu machen. Ist die Aktie über- oder unterbewertet? Dummerweise kaufte ich damals immer um den Höchststand, was mir schöne Verluste bescherte. Meine Lehre: Es ist wichtig, den intrinsischen Wert einer Aktie zu kennen. Der intrinsische Wert ist unabhängig vom aktuellen Aktienkurs und spiegelt die Werte des Unternehmens wider: dauerhafter Wettbewerbsvorteil, gutes Management, solides Wachstum. Der intrinsische Wert lässt sich auf verschiedene Methoden berechnen (Free Cash Flow, EPS growth, Book value), würde aber den Umfang des Artikels sprengen.

5. Kein (dauerhafter) Wettbewerbsvorteil

Der dauerhafte Wettbewerbsvorteil ist der Schutz des Unternehmen; der Wassergraben um die Burg, der vor feindlichen Angreifern schützt. Fehlt dieser, wird das Unternehmen es schwer gegen Mitbewerber haben. Ich habe bei meinen ersten Aktienkäufen diesen Punkt völlig ignoriert. Heute weiß ich, wie wichtig dieser Punkt ist und steht auf meiner Aktien-Checkliste weit oben. Vereinfacht formuliert: Umso stärker der dauerhafte Wettbewerbsvorteil ist, desto sicherer ist das Wachstum des Unternehmens und demzufolge resultiert ein steigender Aktienkurs.

6. Diversifizieren

Im Englischen gibt es ein wunderschönes Wortspiel mit Diversifizieren: Diworsification. “Worse”, also “verschlechtern” trifft den Kern dieser Strategie genau. Viele Broker raten zu einem Gemischtwarenladen an Aktien und natürlich umso mehr verschiedene Aktien desto besser. Meine Erfahrung zeigt aber: Lege alle Eier in einen Korb. So musst du nur ein Korb bewachen. Auf die Aktien übertragen heißt das, du behältst den Überblick eher, wenn du in wenige gute Aktienunternehmen investierst anstatt in viele mittelmässige Unternehmen.

7. Die Aktie wegen der hohen Dividende kaufen

Wie verlockend doch Aktien mit hohen Dividenden sind. Die Dividende ist das Geld, welches ein Unternehmen an die Aktionäre meist in Bar auszahlt. Dies entsprich dem Teil des Gewinns, welcher am Ende nach allen Investitionen (Werterhalt, Wachstum) übrig bleibt. Entgegen der gängigen Meinung, sagt eine Dividende nur wenig bis über die Gesundheit des Unternehmens aus. In einigen Fällen nahm das Unternehmen Geld auf, um die Dividenden zahlen zu können. Die Aktionäre waren zufrieden und behielten weiter das Vertrauen in die Firma. Meist geht das nicht lange gut. Was das für die Aktie bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen

Disclosure: Den Artikel habe ich eigenständig erstellt und drückt meine ganz persönliche Meinung aus. Ich erhalte keine finanzielle oder materielle Kompensation für den Artikel.

Dieser Artikel erschien zum ersten Mal bei Medium.

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About Dominic

Dominic Franck ist Unternehmer und baut das Unternehmen Fairwindel auf. Er schreibt hier über seine Erfahrungen mit dem eigenen Unternehmen und die Vereinbarkeit mit der Familie. Um die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, arbeitet Dominic an seiner finanziellen Bildung.